SUBLILIUM SCHAFFER Verlag für Geschichte, Kunst & Buchkultur
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Herzlich Willkommen!

 

Ich freue mich, Sie auf den Seiten von Sublilium Schaffer begrüßen zu dürfen. Sublilium ist ein junger Fachverlag, der

im Bereich kunst- und kulturhistorischer Themen publiziert.

 

Ganz bewusst arbeite ich mit dem Medium des gedruckten Buches für ein sinnvolles Buch- und Leseerlebnis in einer Qualität, wie ich sie selbst schätze: Und das ist das  Mindeste, was ich Ihnen bieten möchte.  

 

Es erwarten Sie nun Bücher zu interessanten Themen und es würde mich sehr freuen, wenn die eine oder andere Ausgabe den Weg in Ihre Bibliothek findet.

 

Mit herzlichen Grüßen 

Ihr Mag. Christopher Schaffer

 

NEU ERSCHIENEN:

                  BIBLIOGRAFIE

Dagmar Probst :

Die älteren Metopen von Foce del Sele

 

Ikonographische, stilistische und typologische Überlegungen zum

archaischen Bilderschmuck

 

19 x 27 cm cm, 292 Seiten mit 95 Farb-

und 44 Schwarz-Weiß-Abbildungen

 

Hardcover mit Fadenheftung

 

Gebundener Ladenpreis: € 30,–

(zzgl. € 4,– für Porto und Verpackung)

 

Die älteren Metopen von Foce del Sele stellen seit ihrer Auffindung in der ersten Hälfte des 20. Jahr-hunderts die Forschung vor immer neue Fragen, die bislang  Anlass für einige Hypothesen waren. Diese betreffen sowohl den ursprünglichen Anbringungsort, die inhaltliche Deutung, die Zuweisung in ein Friesprogramm und ihre stilistische Einordnung. Das Heiligtum der Hera in Foce del Sele, welches circa 8,5 Kilometer nördlich von Paestum entfernt an der Mündung des Flusses Sele liegt, wurde im April 1934 von P. Zancani Montuoro und U. Zanotti Bianco entdeckt. Im Rahmen der Grabungen fand man 38 archaische Metopen und Metopenfragmente, die in jener Zeit entstanden sind, in welcher Paestum eine griechische Kolonie war. Die Metopen weisen allgemeine Charakteristika auf, die sie unabhängig von ihren Meistern mit individueller künstlerischer Handschrift gemeinsam auszeichnen. Die inhaltliche Deutung mancher Metopen von Foce del Sele ist fraglich und diese Unsicherheit resultiert einerseits daraus, dass die Komposition einen allgemeinen, in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendbaren Bildtypus zeigt, andererseits konnten bis dato einige gezeigte Szenen weder durch literarische Quellen noch durch Vergleich mit anderen Kunstwerken eindeutig verifiziert werden. Die Darstellungen mit szenischem Charakter, die dem Herakleszyklus, dem trojanischen Kreis und der Gruppe von Einzelmythen zugeordnet werden können, sind unterschiedlich gewichtet. Manche Handlungen werden auf einem Metopenfeld präsentiert, bei anderen lassen verbindende Gesten vermuten, dass die Geschichte durch zwei oder mehrere Bildfelder erzählt wird. Motivische und kompositorische Vergleiche fehlen unter den nicht sehr zahlreichen Metopen der früh- und hocharchaischen Zeit weitgehend. Es erscheint der richtige Ansatz, die Parallelen zu den Metopen von Foce del Sele in der Kleinkunst zu suchen, vor allem in Vasenbildern und Schildbändern, deren kompositorische Grundgegebenheiten mit den Metopen gut korrespondieren. Die Reliefplatten zeigen keine erkennbare Abhängigkeit von der Bildhauertradition einer bestimmten griechischen Kunstlandschaft und spiegeln eher den Stil kleinformatiger Vorlagen wider, welche eine zeitliche Einordnung in das dritte Viertel des 6. Jahrhunderts vor Christus vermuten lassen.

 

Das Publikationsprojekt, das auf der am Institut für Archäologie der Karl-Franzens-Universität Graz verfassten Diplomarbeit basiert, soll erstmals einen Überblick über die Genese der unterschiedlichen Forschungsansätze bis hin zu den in den letzten Jahren neuen Erkenntnissen durch Nachgrabungen über den Komplex des Heraions von Foce del Sele bieten. Den Schwerpunkt bildet die Auseinandersetzung mit den 38 archaischen Metopen aus Cilento-Sandstein, die trotz vieler Interpretationsversuche für die heutige archäologische Forschung noch immer ein ungelöstes Problem darstellen. Sie sollen im Rahmen der Publikation erstmalig in ihrer Gesamtheit aufgearbeitet, hinsichtlich ihrer Ikonographie analysiert und hinsichtlich ihres Stils untersucht sowie Vergleiche zu Werken aus der Kleinkunst aufgezeigt werden.

Rezension in "Carinthia 2018"

 

Elisabeth Brenner, Das romanische Rein. Kirche und Klausurkomplex des 12. Jahrhunderts im Kontext mittelalterlicher Zisterzienserarchitektur. Dissertation, Kumberg (Sublilium Schaffer. Verlag für historische Buchkultur) 2016, 228 Seiten, reich illustriert.

 

Das 1129 vom steirischen Markgrafen Leopold gegründete Zisterzienserkloster Rein bei Graz war das 38. Kloster des damals vor allem durch die Persönlichkeit Bernhards von Clairvaux (um 1090–1153) in einem ungeheuren Aufschwung befindlichen, streng zentralistisch organisierten Ordens und gehörte zur Filiationsreihe von Morimond. Es gilt heute weltweit als das älteste noch bestehende Zisterzienserkloster. Wiewohl die Reiner Klosterbauten seit dem 17. Jahrhundert schrittweise umgebaut wurden und vor allem die Stiftskirche zwischen 1738 bis 1747 völlig neu erstanden ist, hat man schon längere Zeit unter dem heutigen Erscheinungsbild mittelalterliche Baureste vermutet. Über die Stiftskirche gab es ob des Alters der Gründung immer wieder Spekulationen hinsichtlich einer „Gebetsscheune“, wie man die ersten Bauten hinsichtlich ihrer Einfachheit in der Forschung auch abwertend bezeichnete. Umfangreiche Renovierungsarbeiten im Stiftsbereich und ab 2010 auch in der Kirche, die von intensiven Bauforschungen begleitet

wurden, machten größere Bereiche älteren Mauerwerks sichtbar. Es ist das Verdienst von Elisabeth Brenner, für ihre Dissertation am Institut für Kunstgeschichte der Universität Graz weitgespannte Überlegungen angestellt und Forschungen durchgeführt zu haben, die unser Wissen um diese frühe Klostergründung der Steiermark und den Zisterzienserorden überhaupt wesentlich bereichert haben.

Im Zuge der Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Stiftskirche nicht, wie lange vermutet, bloß eine einfache Pfeilerbasilika in Rechteckform war, sondern eine querschifflose Ostlösung in Form eines wegen der größeren Breite des Mittelschiffes leicht gestaffelten Dreiapsidenchores besaß, der allerdings außen rechteckig ummauert wurde. Dieser sogenannte „bayrische Typ“ findet sich seit dem frühen 11. Jahrhundert im Ostalpenraum häufig, etwa in der näheren Umgebung in Ossiach oder Seckau. Die Kirche des Mutterklosters Ebrach in Franken besaß zwar ebenfalls einen gestaffelten Dreiapsidenchor, doch schloss dieser an ein Querhaus mit einem östlichen Apsidenpaar an, sodass die Gesamtanlage gegen Osten fünf Rundapsiden aufwies. Das wiederum von Rein aus 1132/36 besiedelte Kloster Sittich/Stična in Krain übernahm im Wesentlichen die Ebracher Lösung.

Offenbar hatte man in Rein um 1130 schon mit dem massiven Mauerbau der Kirche begonnen, als es in Burgund noch nicht den Normtyp gab, der von Clairvaux (Bau II) ausgehend weite Verbreitung fand, ja zum Normtyp der Zisterzienser im 12. Jahrhundert schlechthin wurde. Er ist vor allem in Fontenay zur Gänze und – für uns interessant – in Viktring bei Klagenfurt wenigstens zum Teil erhalten geblieben. In den späten dreißiger Jahren des 12. Jahrhunderts setzte sich dieser Typ endgültig durch und bewirkte etwa in der damals in Bau befindlichen Kirche von Morimond 1138/39 eine Planänderung, die wiederum auf Heiligenkreuz im Wienerwald Auswirkungen gehabt haben dürfte. In Rein war der Bau zu diesem Zeitpunkt offenbar schon so weit gediehen – die Weihe der Kirche erfolgte 1140! –, dass man sich mit der äußeren Ummantelung behalf, die Apsiden innen aber beließ.

Die Autorin beschäftigt sich eingangs intensiv mit den Zielsetzungen und Grundprinzipien des Zisterzienserordens wie etwa Regeltreue (puritas regulae), Einheitlichkeit (uniformitas), Einfachheit (simplicitas) sowie Authentizität der verwendeten Schriften. Man wollte sich auf das Notwendige (necessitas) beschränken und auf alles Überflüssige (superfluitas) verzichten; diese Grundsätze wurden in allen Bereichen des klösterlichen Lebens von den Messgesängen bis zur Kirchenausstattung zunächst streng eingehalten. Auch der in der Literatur im Laufe der vergangenen Jahrzehnte kontrovers beurteilten Frage, ob nun Ordensleute oder angestellte Handwerker die Planung der Kirchen und

Klosterbauten durchführten, geht sie nach und tendiert zu Letzterem. Im Zuge ihrer Studien kann sie nachweisen, dass das in der Fachliteratur ständig aufgezeigte idealtypische Schema der Klosterräume um den Kreuzgang (Kapitelsaal, Auditorium, Skriptorium, Novizensaal im Osttrakt, Dormitorium, Refektorium und Küche im Süden sowie Cellarium und der Konversentrakt im Westen) in Rein nicht nur in der Abfolge der Räume, sondern auch in den Proportionen streng eingehalten wurde. Ähnliches ist wohl auch in Viktring zu vermuten. Dass die Zisterzienser die anfängliche Strenge seit dem Spätmittelalter nicht mehr durchhielten und im Barock vor allem in Bayern, Schwaben und Österreich ihre Bauten besonders üppig ausstatten ließen, dafür ist Rein selbst übrigens ein gutes Beispiel. Die Arbeit von Brenner ist nicht nur streng methodisch aufgebaut und gründlich recherchiert, sondern der vorliegende Band ist auch überaus reich mit Bildern, vor allem aber Planzeichnungen ausgestattet, die die Vorstellung der doch großteils heute nur mehr virtuell rekonstruierten Räumlichkeiten wesentlich erleichtern. So ist die vorliegende Arbeit ein wesentlicher Baustein zum Verständnis der Bautätigkeit der frühen Zisterzienser wie auch des Klosterbaues im Ostalpenraum am Beginn der Hochromanik.

 

Klagenfurt am Wörthersee             Wilhelm Deuer

 

 

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